G R U S S W O R T
menschengefüllter raum
alle stehen verteilt
in erwartung von etwas
das geschehen wird
bilden sie einen kreis
sie bemerken es nicht
aber sie müssen
so fing wohl alles an
von anfang an
seit jeher
der mensch wird zum menschen
durch den Kreis
dessen mitte war stätte
der götter und der toten
einst
die götter haben wir
verwiesen
doch die toten
schwinden nie
die stimme natalja’s
»recherche des langues de les mères«
in der mitte des kreises
jetzt soja
soja ugrjumowa
mit der tochterstimme
in der tochterstimme
statt götter kehren zurück
die engel
im nu
dem ewigen jetzt
achmatova bachmann brodsky
erheben ihren stimmen
und die mitte der stätte
gehört der toten und ihrem engel
wo tochter ist wird mutter sein
untrennbar, aber
eine hommage der befreiung
sie und sie
natalja soja
soja ugrjumowa
alle stehen verteilt
in erwartung von etwas
das geschehen wird
bilden sie einen kreis
sie bemerken es nicht
aber sie müssen
so fing wohl alles an
von anfang an
seit jeher
der mensch wird zum menschen
durch den Kreis
dessen mitte war stätte
der götter und der toten
einst
die götter haben wir
verwiesen
doch die toten
schwinden nie
die stimme natalja’s
»recherche des langues de les mères«
in der mitte des kreises
jetzt soja
soja ugrjumowa
mit der tochterstimme
in der tochterstimme
statt götter kehren zurück
die engel
im nu
dem ewigen jetzt
achmatova bachmann brodsky
erheben ihren stimmen
und die mitte der stätte
gehört der toten und ihrem engel
wo tochter ist wird mutter sein
untrennbar, aber
eine hommage der befreiung
sie und sie
natalja soja
soja ugrjumowa
abel – 31.05.08
Natalja Struve
1937 in Kasachstan
geboren, floh sie mit ihren Eltern 1941 aus Leningrad
über Riga nach Deutschland.Sie studierte Architektur an
der Technischen Hochschule Braunschweig und an der
Technischen Universität Berlin, beteiligte sich an
verschiedenen Architekturprojekten und begann mit dem
Studium der Slavistik und der Theaterwissenschaften an
der Freien Universität Berlin. Als Dramaturgin war sie
an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen in Europa
tätig. Heute arbeitet sie als Performance- und
Installations-Künstlerin. Ihre vorrangigen Themen sind
Wahrnehmungsversuche an den Schnittstellen und Grenzen
von Raum–Bewegung–Licht–Körper–Gehirn–Erinnerung. Video
und Computer sind ihre bevorzugten Werkzeuge. Von 1981
bis 1983 war sie Mitarbeiterin der feministischen
Zeitschrift COURAGE. 1983 gruendete sie mit Henning
Brandis das Künstlerstudio mit Ausstellungsbereich:
"TOOLIX ART" in Berlin. Sie erweiterten ihre
künstlerisches Feld auf die Zusammenarbeit mit alten
und behinderten Menschen. 1992 bis 1995 unterrichtete
sie als Lehrbeauftragte fuer Video und Computerkunst an
der Hochschule der Künste in Berlin. Zur Zeit gilt ihr
vorrangiges Intresse der am wenigsten bekannten Periode
in der Geschichte des Smolny Institutes in St.
Petersburg, seiner Rolle und ihrer Veränderungen vom
alten zum neuen Regime im Jahr 1917. Sie arbeitet am
Smolny Projekt als »work in progress« seit 10 Jahren
…


